Seilerei

Das Seil ist sozusagen der rote Faden, der die Kulturgeschichte zusammenhält. Das Seil ist ein so vielfältiges Werkzeug, dass es nahezu überall Verwendung findet und fand. Ob in der Landwirtschaft, im Bergbau, im Transportwesen, der Seefahrt oder in der Küche, Seile waren überall zugegen.Die ersten Belege für die Verwendung von Seilen sind Darstellungen auf Wandbildern in Pyramiden, die deren Erbauung zeigen. Das älteste Seil, was bei Ausgrabungen gefunden wurde ist ca. 3300 Jahre alt.

 

Quelle: Wikipedia.de

Das Seilerhandwerk

Hochwertige, zugefeste, krangelfreie Seile herzustellen ist eine spezialisierte Handwerkskunst. Während einfache Gebrauchsseile von der ländlichen Bevölkerung häufig selbst hergestellt wurden, war der Seiler für die Qualitätsseile zuständig.Im Höllental mit seiner steilen Steige zwischen Hofgut Sternen und Hinterzarten, waren gute Seile unumgänglich. Überhaupt waren auch damals "Servicetechniker" gefragt, wie Sattler, Schuster, Seiler, Wagner, Schmiede usw. Alle diese Berufe waren im Höllental vertreten und sollen in den nächsten Jahren im Gelände der 2004 in Betrieb genommenen Seilerei wieder dargestellt werden.

Rohstoff des Seils

Seile können aus ganz unterschiedlichen faserigen Naturstoffen bestehen, z.B. aus Hanf, Flachs, Nessel. Wegen der hohen Reißfestigkeit und Wasserbeständigkeit waren Hanfseile besonders beliebt.Aufgrund der Beschränkungen im Hanfanbau, baut der Heimatpfad Hochschwarzwald Flachs an, um in der Seilerei alle Arbeitsschritte der Seilherstellung autentisch darstellen zu können. Zudem kann die Pflanze sehr vielseitig verwendet werden: Aus den Samen wird das Leinöl gewonnen, aus den Fasern Fäden für Leinestoffe oder Seile gesponnen und die holzigen Fasern des Stängels werden für das altbekannte Linoleum gebraucht.(Übringens war auch im Mittalalter qualitativ hochwertiger Hanf eine gefragte Importware aus den baltischen Ländern).