Der lange Weg zum Heimatpfad

Der Wunsch nach Moderne und die (Öl)krise

In den 1970er Jahren standen die Zeichen der Zeit voll auf "Zukunft". Altes wurde als Ballast empfunden und zugunsten von Neuem weggeräumt. Anstelle historischer Vielfältigkeit, entstanden vielerorts uniforme Fassaden. Dem Gefühl für Fortschritt und die Sehnsucht nach Erneuerung fielen über Jahrhunderte gewachsene Strukturen zum Opfer.

So verschwanden im Schwarzwald die letzten wassergetriebenen Kleinkraftwerke, die viele Bauernhöfe und kleine Gemeinden mit Strom versorgten.

Bereits in dieser Zeit begannen Bürgerinitiativen auf den verschiedensten Gebieten nach Alternativen für den oft als problematisch erkannten "Zeitgeist" zu suchen.

Ganz pragmatisch und ohne viel bürokratishen Aufwand erkannten engagierte Bürger den kulturellen Verlust unserer Gegend, der sich mit dem Verschwinden historischer Bausubstanz, Technik und Handwerkskunst vollzog.

Erste Restaurierung 1977

Bereits am Ende dieses Jahrzehnts wurde die Großjockenmühle restauriert und wieder in Betrieb genommen. Damit war der Grundstein für den weiteren Ausbau des Heimatpfades gelegt, der bis heute weiter entwickelt wird.

Viele 10.000 Besucher haben den Pfad bisher besucht und sich von ihm faszinieren lassen, denn wie ein Spiegel zeigt er das Heute im Anblick des Gestern und lässt es uns ganz neu begreifen. Im Erkennen der Möglichkeiten und Grenzen vergangener Zeiten, bekommt Fort-schritt eine ganz neue, sinn-volle Dimension.

Heimatpfad heute – Kompetenzzentrum historischer Technik

Neben der Attraktion für Besucher, die sich auf ganz unterschiedliche Weise von der Gegend und ihren Bauwerken in ihren Bann ziehen lassen, leistet der Heimatpfad wichtige archivarische Funktionen in der Darstellung alter Handwerks- und Maschinentechniken sowie in der Wiederentdeckung und in der Weitervermittlung historischer Handwerkskunst.

Heimatpfad – Dienstleister in Sachen Sanierung

Als das Landesdenkmalamt in den 1980er mit Vehemenz versucht hatte, das Verschwinden von einigartigen Kulturgütern aufzuhalten, wurde das von vielen argwöhnisch betrachtet. Denn plötzlich ein denkmalgeschütztes Objekt zu besitzen, ist eine Bürde, die viel – vor allem auch finanziellen – Einsatz fordert. Dabei kommt die langjährige Erfahrung des Heimatpfades heute vielen zu Gute, die sich in Fragen von Finanzierung, Sanierung, Instandhaltung und Betrieb dieser Objekte uneingeschränkt an den längst überregional tätigen Verein wenden können.

Überregionale Kooperation

Beispielsweise wird gegenwärtig ein ganz besonderes Objekt in Südwest-Frankreich betreut. Die "Moulin Fortifié Henri IV" in Barbaste wird wieder aufgebaut und in ihrem Originalzustand zugänglich gemacht.